Gewaltfrei Lernen … damit Bildung ankommt!

In der Woche vom 23.-27. Oktober trainierten alle fünf 2. Klassen der GS am Moor zum ersten Mal das Projekt Gewaltfrei Lernen. Alle wurden geschult: Kinder, Lehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiter und Eltern der 2. Klassen.

Das Soziale Lernen in Bewegung zur Förderung von Teamwork und Handlungsfähigkeit in Konfliktsituationen stand auf dem Stundenplan und wurde von Trainer Robin Christ von Gewaltfrei Lernen an unserer Schule unterrichtet.
Die Methode von Gewaltfrei Lernen e.V. entspricht einer bewegungsreichen, positiven Pädagogik und spricht uns als zertifizierte Sportfreundliche Schule natürlich besonders an. Wir erproben das Projekt mit unserem 2. Jahrgang, um es kennenzulernen. Unser Ziel ist eine langfristige Wirkung durch Implementierung von Gewaltfrei Lernen in den Schulalltag.

Die Beschränkung zunächst auf unseren 2. Jahrgang hat zwei Gründe: Wir haben keine Erfahrung mit dem Projekt und das Projekt ist selbstverständlich nicht kostenlos. Daher freuen wir uns sehr, dass die gemeinnützige EWE Stiftung mit Sitz in Oldenburg das Programm an 5 Schulen im Nordwesten Deutschlands in 2017 im Rahmen ihrer Stiftungszwecke „Erziehung und Bildung“ gefördert hat und das Projekt an unserer Schule mit 5000 Euro komplett finanziert.

Wir danken der EWE Stiftung und unserem Schulverein herzlich, da sie die Durchführung des Projektes möglich machen!

Mindestens genauso wichtig wie das Erlernen der grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen ist das Einüben sozialer Verhaltensweisen. In der Grundschule werden Kinder an weitere Regeln, Abläufe und Strukturen herangeführt, die ein Miteinander erst ermöglichen. Unter Anleitung der Erwachsenen entwickeln
Kinder emotionale und soziale Fähigkeiten. Dazu gehören Empathie und friedliche Formen der Problembewältigung, aber auch Fleiß und Durchhaltevermögen. Die dafür stetig zu übenden Strategien wurden bisher in den Elternhäusern angelegt und später dann in den Institutionen KITA, Schule etc. weiter ausgebaut. Das hat
sich inzwischen verändert. Wir stellen fest, dass heutzutage mehr Kinder mit einem Mangel an psychisch-sozialer Entwicklung in die Schule kommen. So ist der Bedarf an Sozialtrainingseinheiten in der Schule gestiegen. Das Einüben sozialer Verhaltensweisen und Anlegen von Strategien und Strukturen steht vielmehr im Vordergrund als früher. Hilfsmittel dafür sind auch Gewaltpräventionsprojekte.

Jahrzehntelang arbeiteten wir auf der Grundlage des Gewaltpräventionsprojektes „Faustlos“. Nun ist es an der Zeit auch mal zu wechseln und Neues auszuprobieren. So starteten wir mit „Gewaltfrei Lernen“ als Pilotprojekt einen Versuch. Wir werden in den nächsten Wochen das Projekt Gewaltfrei Lernen evaluieren und uns dann entscheiden, ob wir zukünftig flächendeckend, d.h. mit der ganzen Schule weiter damit arbeiten möchten oder uns zunächst weitere Projekte testen. Wichtig für uns dabei ist, das Kind als Ganzes zu betrachten. Ernst nehmen wir unseren schulischen Auftrag: Wir möchten den Kindern Entwicklungsräume bieten und sie zur Schulreife
begleiten. Mit einem guten Präventionsprojekt wird uns dies vielmehr und
wirkungsvoller gelingen können, damit … Bildung ankommt!