Steht schon wieder die Fortsetzung der Schulsozialarbeit an den Grundschulen auf der Kippe?

Die Sozialpädagogen an den Grundschulen arbeiten  seit einigen Jahren  verlässlich in unterschiedlichen Bereichen und sind aus den Grundschulen nicht mehr wegzudenken.

Sie sind Ansprechpartner für Kinder, Eltern, Lehrer, pädagogische Fachkräfte. Sie bilden Streitschlichter aus, leiten Sozialtrainings an und gestalten den Klassenalltag in den Grundschulen mit. Sie unterstützen Eltern, Lehrer und Kinder in schwierigen Lebenslagen, wie Trennung oder Trauer und fahren auch mal zu den Schülern nach Hause. Elternabende, Beratungsgespräche auch in den Abendstunden und Projekte wie Schülerzeitung oder Präventionstheater betreuen und organisieren sie ebenso wie Projekte wie die „Kumpelbank“ oder die Werkstatt zur „Bewegten Pause“ oder die „Yoga Pause“ etc.

Alle Projekte sind wichtig und unterstützen intensiv  ein gutes Schulklima. Sie sind Blitzlichter im vielseitigen Arbeitsfeld der Sozialpädagogen im inklusiven Grundschulalltag. Und nun steht die Fortsetzung der Schulsozialarbeit an den Verlässlichen Grundschulen in Niedersachsen schon wieder auf der Kippe - trotz vollmundiger Versprechen des Landes Niedersachsen.

Britta Papenberg, Sven Niemann und Karin Ballendat müssen sich nach den Sommerferien 2017 wieder nach neuen Arbeitsstellen umsehen. Den drei Schulsozialarbeitern der Grundschule Elstorf, GS An der Heide und GS am Moor droht dasselbe Prozedere wie Mitte 2016 und den Jahren zuvor. „Ich werde mich nun zum vierten Mal arbeitsuchend melden müssen, obwohl ich gern an der Grundschule weiterarbeiten möchte“, sagt Sven Niemann, der bereits seit Beginn der Schulsozialarbeit im Jahre 2013 an der Grundschule An der Heide arbeitet. Durch eine große Initiative von Schulen und Eltern im vergangenen Jahr konnte die Gemeinde davon überzeugt werden, wie wichtig die Schulsozialarbeit ist und sagte die Mitfinanzierung der Stellen, noch einmal, bis zum Ende des Jahres 2017 zu.

Bisher gab es keine offiziellen Äußerungen zur Fortsetzung - weder vom Land, noch von der Gemeinde Neu Wulmstorf. Endet die Schulsozialarbeit nun mit dem Haushaltsjahr 2017 und alle  gestarteten Projekte und AGs werden eingestampft?
Fallen die Vertrauenspersonen, Ansprechpartner und Bezugspersonen für einzelne Kinder, Eltern und Lehrkräfte mitten im Schuljahr am 01.01.2018 dann weg?
„Wenn ich mir vorstelle, dass ich mitten im Schuljahr einige meiner Schützlinge mit ihren Sorgen und Nöten alleine lassen soll, dann bereitet mir das schlaflose Nächte“, gibt Britta Papenberg zu bedenken und ergänzt, dass sie als wichtiges Bindeglied zwischen einzelnen Familien, Jugendhilfe und Schule dann nicht mehr zur Verfügung steht.
„Bei vielen Ideen und Projekten, die nur konstant und langfristig einen positiven Effekt auf die Kinder und den Schulalltag hätten, muss ich mir leider jetzt schon die Frage stellen, ob ich sie initiiere obwohl ich täglich sehe, wie wichtig diese wären. Auch die Ganztagsplanung macht mir Sorgen, da ich nicht weiß, wie und ob ich dort weiter arbeiten werde“, so Karin Ballendat, die auch als Präventionsbeauftragte der Grundschule am Moor fungiert.

Am Anfang des Jahres beteiligten sich viele Elternvertreter an einem Brief an die Lokalpolitik und die Kultusministerin, um auf die Situation erneut aufmerksam zu machen. Bisher jedoch ohne Reaktion.
Dabei steigt der Bedarf an professioneller sozialpädagogischer Unterstützung stetig und ist daher in diesem Jahr wichtiger als jemals zuvor.
Die drei Neu Wulmstorfer Grundschulen befinden sich in der Planungsphase zum „inklusiven Ganztagsschulbetrieb“. Selbstverständlich gehört dort die Schulsozialarbeit als planbare, feste Säule dazu.

Eine Lösung scheint für das Jahr 2019 eventuell angedacht mit der Übernahme der Stellen durch die Landesschulbehörde unter bestimmten Voraussetzungen.
Was aber tun in 2018? Alle drei Sozialpädagogen müssen sich neue Stellen suchen. Der Arbeitsmarkt ist im Bereich Schulsozialarbeit leergefegt.
Wenn die drei Sozialpädagogen der Grundschulen abwandern, wird erfolgreiche Sozialarbeit abrupt beendet und ggf. keine vergleichbare Fortsetzung im Schuljahr 2019/ 20 mehr möglich werden.
Die Schulen befürchten, dass es schwierig werden wird, auf dem jetzigen Niveau die Schulsozialarbeit fortzusetzen. Die erfolgreich aufgebauten und implementierten Projekte müssen entweder erneut ins Leben gerufen werden oder können wegen der wechselnden Sozialpädagogen personell einfach nicht ersetzt werden. Schlimmstenfalls finden die Schulen ab 2019/ 20 gar keine Nachfolger …

Wir, die Schulsozialarbeiter aus Neu Wulmstorf, wünschen uns und brauchen von der Politik eine zeitnahe, verbindliche Lösung VOR den Sommerferien! Wir sehen täglich wie wichtig unsere Arbeit an den Standorten ist und sind davon überzeugt, dass unsere Kinder die wichtigste Investition in die Zukunft darstellen!
Die positiv begonnene Schulsozialarbeit ist mittlerweile wichtiger Bestandteil in der Schullandschaft geworden und muss jetzt endgültig fest implementiert werden. Nur dadurch ist eine zuverlässige Präsenz und Kontinuität gesichert, von der alle Beteiligten dauerhaft profitieren.